Keine Angst vor wilden Mustern: Die Miezi-Socke

Hallo ihr Lieben,
heute zeige ich euch endlich mal wieder ein fertiges Projekt! Und dazu teile ich mit euch ein paar Tipps zum zweifarbigen Stricken. Aber jetzt erst mal der Reihe nach.

Ich hatte euch ja in meinem letzten Blog-Post erzählt, dass ich pünktlich zu Weihnachten meine zwei laufenden Projekte abschließen wollte – eines davon war die Miezi-Socke von Pony strickt. Bereits der Entstehungsprozess meiner Socke kam bei euch auf Instagram ziemlich gut an – in meinem Best of 2020 miezt es nämlich ganz gewaltig. Und da will ich euch die fertigen Socken natürlich nicht vorenthalten.

Hinter Pony strickt verbirgt sich die liebe Maren. Wir haben uns irgendwie auf Instagram gefunden und dann auf einer Blogst – ich glaube 2018 – persönlich kennengelernt. Ihre Posts bereichern mich nicht nur in Sachen Strickinspiration, sondern da gibt es auch immer wieder Denkanstöße. Mag ich sehr! Und dann hat sie auch noch angefangen, wunderschöne Strickmuster zu entwerfen – darunter die Miezis!

Ich war sehr schnell sehr verliebt und durfte teststricken. Ich hatte ein wenig Respekt vor dem Muster, weil Jacquardmuster bisher nicht meine ganz große Stärke war. Aber so “wild” das Jacquardmuster auch aussieht: Eigentlich ist es kein Hexenwerk. Deshalb notiere ich hier auch ein paar Gedanken, die mir schlussendlich geholfen haben – und vielleicht hilft euch ja auch etwas davon.

Tipp 1: Sucht die richtige Methode für euch

Googelt man nach “Jacquardmuster stricken”, findet man unzählige verschiedene Methoden: Manche stricken mit beiden Fäden am Zeigefinger, manche lassen einen Faden über den Zeigefinger, den anderen über den Mittelfinger laufen. Manche nutzen einen Ring, in dem sie die Fäden einhängen; wiederum andere haben einen Faden über den linken Zeigefinger laufen und werfen den anderen Faden mit der rechten Hand. Und bestimmt war das jetzt nur die Spitze des Eisbergs.

Ich habe mittlerweile einige Methoden ausprobiert, zunächst “streng nach Lehrbuch”. So richtig glücklich war ich aber mit keiner, weshalb ich dachte, Jacquard wäre nichts für mich – auch wenn die Ergebnisse doch eigentlich ganz annehmbar waren. Die Miezi-Socken wollte ich aber unbedingt, weshalb ich mich noch einmal versucht habe – diesmal mit einer etwas eigenwilligen Methode: Ein Faden läuft bei mir ganz normal über den linken Zeigefinger, den anderen Faden führe ich, wenn ich ihn brauche, mit Daumen und Mittelfinger der linken Hand um die Nadel.

Keine Ahnung, ob diese Methode verbreitet ist oder nicht, für mich hat es funktioniert und ich bin zum Ziel gekommen. Außerdem hat sich das beim Stricken ganz angenehm angefühlt. Und so soll es ja bei einem Hobby schließlich sein, oder?

Tipp 2: Fäden immer gleich laufen lassen

Damit das Muster auch immer möglichst gleichmäßig erscheint, habe ich speziell bei diesem Muster darauf geachtet, dass ich immer den gleichen Faden über den Zeigefinger gelegt habe. In meinem Fall war es das dunkle Anthrazit; das Hellgrau habe ich stets mit Mittelfinger und Daumen gestrickt.

Egal, welche Methode ihr beim Jacquard anwendet: Wenn ihr die Fäden immer gleich laufen lasst, sollte auch die Fadenspannung im Muster ähnlich sein. Bei meinen Cape Gingham Socks habe ich zwischendurch gewechselt – und habe den Eindruck, dass insbesondere an der Ferse an manchen Stellen des Musters eine Farbe stärker hervortritt.

Tipp 3: Einfach machen

Zugegeben, das hört sich abgedroschen an, aber ich hatte tatsächlich nach den Cape Gingham Socks etwas Frust aufgebaut, weil ich dachte, ich beherrsche die “richtige Technik” nicht (siehe oben). Nichtsdestotrotz habe ich die Cape Gingham Socken fertig bekommen, weil ich mich einfach immer wieder rangesetzt habe. Das Ergebnis ist zwar vielleicht nicht hundertprozentig gleichmäßig, aber trotzdem habe ich zwei Socken gestrickt, bei denen das Muster zur Geltung kommt.

Bei den Miezis habe ich mir Zeit gelassen und mich Stück für Stück vorangearbeitet. Und da ich mich plötztlich mit meiner Methode wohl fühlte, habe ich einfach mal gemacht. Zwischendurch habe ich immer wieder gedacht: “Oh, an dieser Stelle ist die Fadenspannung aber anders”, aber ich habe meinen inneren Monk bezwungen und weitergemacht. Und siehe da: Im Gesamtbild fällt es mir nun nicht mehr auf – stattdessen bin ich stolz, dass Muster gemeistert zu haben.

Apropos Muster: Nein, das konnte ich mir nicht auswendig merken – das ausgedruckte Schema hatte ich beim Stricken immer neben mir liegen. Die Mustersocke kann man übrigens in zwei Varianten stricken: entweder etwas schmaler mit 60 Maschen oder mit 64 Maschen. Da ich recht fest stricke und Jacquardmuster durch die mitlaufenden Fäden auf der Rückseite ja sowieso gerne mal etwas eng gerät, habe ich die breitere Variante gewählt, auch wenn ich die kleinste Größe (36/37) gestrickt habe. Aber die Anleitung macht selbst große Raubkatzen-Füße möglich – bis Schuhgröße 46/47 ist alles dabei.

Insgesamt lässt Maren bei den Miezis keine Fragen offen und so macht das Stricken großen Spaß. Die Ferse wird mit der Shadow-Wrap-Technik gestrickt – eine mir bis dato unbekannte Technik, aber dank Marens Erklärung war auch das kein Problem.

Verstrickt habe ich übrigens das Sockengarn Lang Jawoll. Schon vor Längerem hatte ich einen bunten Strauß auf Vorrat bestellt – da konnte ich bei der Farbauswahl aus dem Vollen schöpfen. Komisch, dass es mal wieder ziemlich graulastig war – aber Grau und Gelb sind ja die Pantone-Farben für 2021. Endlich hinke ich einem Trend nicht nur hinterher 😉 .

Tatsächlich habe ich aber schon so viele weitere, richtig coole Farbkombinationen unter dem Hashtag #MIEZIsocke gesehen. Da komme ich wirklich ins Grübeln, ob ich nicht noch ein zweites Paar brauche – genug Sockengarn hätte ich ja…

Was wäre eure Farbkombination für die Miezis? Oder habt ihr noch weitere Tipps zum Stricken von Jacquardmuster? Dann schreibt doch gerne in die Kommentare.

Ich schicke euch Grüße aus meinem wilden Mini-Dschungel!
Eure Bine

Hier noch einmal alles in Kürze:

Anleitung: Miezi-Socke, zum Teststrick zur Verfügung gestellt bekommen – jetzt erhältlich in Marens Etsy-Shop
Wolle: Lang Jawoll in Anthrazit (Farbe 70), Hellgrau (Farbe 23) und Sonnengelb (Farbe 249)
Nadelstärke: 2,5 mm

Verlinkt bei:
Handmade on Tuesday, Auf den Nadeln, Meine Fummeley, Dings vom Dienstag, Lieblingsstücke, Froh und Kreativ

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9 Kommentare Füge deinen hinzu
  1. Die Socken sehen total schick aus. Im Moment habe ich mich das erste Mal an Fair Isle – Socken gewagt. Dabei ist mir das Gleiche wie dir aufgefallen: an einigen Stellen ist das Muster besser zu sehen, als an anderen. Nach etwas suchen habe ich die Lösung gefunden. Es ist tatsächlich doch nicht ganz egal, wie man den Faden hält: die Farbe, die das Muster bildet, muss links und unter der anderen Farbe geführt werden. Dann hat sie minimal mehr Garn pro Masche zur Verfügung als die andere Farbe und kommt besser raus. Einen entsprechenden Blogpost kann man bei Lanade.de finden.
    Viele Grüße
    Ellie

    1. Liebe Ellie,
      vielen herzlichen Dank für deinen Kommentar und auch deinen Tipp! Das werde ich mir auch mal genauer ansehen, damit das Muster beim nächsten Mal noch gleichmäßiger wird !
      Ich hoffe bei deinen Fair-Isle-Socken läuft es gut?
      Herzliche Grüße
      Bine

  2. Liebe Bine, sind die aber schön!!! Und die Farbkombination… Ich habe mich spontan ein bisschen verliebt und mir gleich die Anleitung gekauft. Mal sehen, ob ich beim Leomuster durchhalte. Vielen Dank auch für Deine ausführlichen Tipps zum mehrfarbigen Stricken, schön zu lesen nicht nur für Anfänger*innen.
    Viele Grüße von Gabi (die jetzt gleich mal nach passendem Leogarn sucht…)

    1. Liebe Gabi,
      vielen lieben Dank für deine Worte! Ich freue mich sehr, dass ich dich mit der Leoliebe so spontan anstecken konnte! Ich bin schon sehr gespannt, welche Farben du dir für die Miezis aussuchst 🙂
      Ganz liebe Grüße
      Bine

    1. Liebe Elke,
      vielen lieben Dank für deinen Kommentar! Ich freue mich auch immer, wenn ich in die Sockenschublade gucke!
      Liebe Grüße
      Bine

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